Michael Körner * 52072 Aachen
An das Jugendamt Duisburg
Frau M. & Herr Ansteeg-Linder
Sonnenwall 73
47049 Duisburg
Aachen, den 16.10.2002
Betrifft: Heimunterbringung Peter-Paul & Patricia xxxx, Ihre kontinuierliche Auskunftsverweigerung
Sehr geehrte Frau M.,
sehr geehrter Herr Ansteeg-Linder,
heute lag ihre ÑAntwortì auf meine Briefe vom 10.11.02 (Absendedatum) in meinem Briefkasten.
Antwort in Ausführungszeichen, weil Ihr Schreiben keine Antwort enthält, noch nicht einmal eine Begründung, warum nicht. Lediglich der Hinweis auf den baldigen Gerichtstermin sowie die Mitteilung, daß meine Frau die Kinder abgeholt hat.
Seit Monaten gelingt es mir nicht, von Ihnen verbindliche Aussagen zu bekommen. Ich habe bereits in meinem Schreiben vom 15.09.02 festgestellt, daß es einen beklagenswerten Mangel an schriftlichen Äßerungen gibt.
Es erstaunt mich, daß Sie den Mut besitzen, trotz meiner gravierenden Vorwürfe und der Fristsetzung ab dem 11.10.02 (Rückschein-Datum), wieder einmal die Antworten schuldig zu bleiben. Dies dient wahrhaftig nicht dazu, meine Zweifel daran auszuräumen, daß bei Ihnen alles mit rechten Dingen zugeht.
Sollte ich wider Erwarten noch bis zum Ablauf der gesetzen Frist Antworten auf meine zahlreichen Fragen erhalten, werde ich von einer Dienstaufsichtsbeschwerde absehen. Sie können mir faxen, meine Faxnummer ist 0241-174400.
Ein weiterer Fragenkomplex kommt hiermit zum Fragenkatalog:
Sie haben laut Rückschein meine Briefe am 11.10.02 erhalten. Nur wenige Stunden später holt meine Frau plötzlich unsere Kinder aus dem Heim ab, und ich erhalte von einer mir völlig unbekannten Person um Punkt 16 Uhr die Mitteilung, daß das KIDO mir ausrichten läßt, daß meine Frau selbiges getan hat. Jeglicher Versuch, herauszufinden, was da plötzlich abgelaufen ist, scheitert, weder der Unbekannte noch die Erzieher des KIDO, die ich daraufhin anrufe, geben mir irgendeine verwertbare Auskunft. Lediglich, daß (wieder) Sie, Frau M., dahinterstecken. Sie beide sind derweil natürlich schon im verdienten Wochenende.
Sie werden sicher verstehen, daß es mir schwerfällt, nach drei Monaten vergeblichen Kämpfens um die Freilassung meiner Kinder hier an einen Zufall zu glauben. Ich bitte um die Auskunft:
1. Wann Sie meiner Frau mitgeteilt haben, daß sie die Kinder abholen solle oder wann sie den Wunsch geäußert hat.
2. Wie der Sachverhalt damit vereinbar ist, daß Sie im HPG gesagt haben, die Kinder müßten bis zum Gerichtsurteil im Heim verbleiben.
3. Wieso Sie mich wieder einmal nicht benachrichtigt haben. Und damit meine ich zeitnah benachrichtigt.
Für diese neuen Fragen erhalten Sie wieder eine 6-Tages-Frist zur schriftlichen Beantwortung. Sollte die Antwort wieder eine sein, die keine ist, werde ich wissen, was ich von Ihnen zu halten habe.
Ich empfehle Ihnen, Herr Ansteeg-Linder, sich von den Methoden Ihrer Mitarbeiterin zu distanzieren, solange Sie noch können. Ein öffentlicher Skandal zeichnet sich hier ab. Die Aufgabe des Jugendamtes ist es, das Wohl der Kinder sicherzustellen. Soweit ich sehe, wurde bisher ausschließlich im gegenteiligen Sinne gehandelt.
Sie erhalten beide je eine Kopie dieses Briefes. Wieder mit Rückschein.